KI-Texte prüfen und nachvollziehbar freigeben
Ein praktischer Freigabeprozess für KI-Texte: Fakten prüfen, Quellen bewerten, Verantwortung klären und Änderungen erneut ansehen.
Ein flüssig geschriebener Text kann trotzdem falsche Zahlen, unpassende Aussagen oder erfundene Quellen enthalten. Eine redaktionelle Freigabe macht sichtbar, welche Fassung geprüft wurde und wer sie veröffentlichen darf.
Den Prüfauftrag konkret machen
Kläre vor der Prüfung Zielgruppe, Veröffentlichungsort und verantwortliche Person. Stelle den Entwurf zusammen mit verwendeten Quellen bereit. Wer einen Text kontrolliert, sollte erkennen können, was belegte Information, eigene Einschätzung oder noch offene Annahme ist.
Vergib einen eindeutigen Status: Entwurf, in Prüfung oder freigegeben. Eine Freigabe bezieht sich immer auf eine konkrete Fassung. Speichere nach Möglichkeit das Prüfdatum, die zuständige Person und kurze Hinweise zu den wesentlichen Änderungen.
Die Aussagen prüfen, nicht nur den Stil
Öffne die verlinkten Quellen und gleiche Namen, Zahlen, Datumsangaben und Zitate mit dem Original ab. Prüfe außerdem, ob aus einer Vermutung im Text versehentlich eine Tatsache wird. Besondere fachliche Aussagen sollten von einer dafür qualifizierten Person beurteilt werden.
Google empfiehlt für hilfreiche Inhalte unter anderem klare Quellen, sachliche Richtigkeit und erkennbaren Mehrwert. Frag dich deshalb auch: Beantwortet der Text die konkrete Frage unserer Leser? Enthält er eigene, nützliche Informationen? Übertreibt die Überschrift das, was der Beitrag tatsächlich belegen kann?
Verantwortung ausdrücklich festhalten
Für bestimmte KI-Texte sieht Artikel 50 eine Ausnahme von der Offenlegung vor, wenn eine menschliche Prüfung oder redaktionelle Kontrolle erfolgt und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung trägt. Laut Kommission reichen rein formale Kontrollen wie Rechtschreibkorrekturen dafür nicht aus.
Ein Klick auf Freigeben belegt für sich genommen keine inhaltliche Prüfung. Lege intern fest, wer Aussagen ändern, zurückweisen und zur Veröffentlichung zulassen kann. Dokumentiere offene Fragen so, dass die nächste Person im Ablauf darauf reagieren kann.
Nach Änderungen erneut hinsehen
Wird nach der Freigabe eine Zahl ausgetauscht, eine neue Behauptung ergänzt oder ein Abschnitt mit KI neu formuliert, sollte die betroffene Fassung erneut geprüft werden. Definiere im Team, welche Änderungen eine neue Freigabe brauchen. Ein korrigierter Tippfehler und ein neues Leistungsversprechen haben unterschiedliche Auswirkungen.
Trustact.ai bündelt Texte und zeigt offene Prüfungen sowie freigegebene Inhalte im Dashboard. Damit kann dein Team den nächsten Arbeitsschritt erkennen. Die fachliche Entscheidung und Verantwortung bleiben bei den zuständigen Menschen. Stand: 8. September 2026; dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung.