KI-Inhalte kennzeichnen: Was Teams prüfen sollten
Wann KI-Texte und Bilder einen Hinweis brauchen, wie sich Pflichten unterscheiden und wie dein Team Kennzeichnungen im Alltag organisiert.
Ein KI-Bild im Blog, ein überarbeiteter Fachtext, ein neuer Social-Media-Beitrag: Vor der Veröffentlichung lohnt sich ein klarer Blick auf Inhalt, Einsatz und Verantwortung. Diese Prüfroutine hilft deinem Team, die richtigen Fragen zu stellen.
Zuerst den konkreten Inhalt einordnen
Artikel 50 des EU AI Act unterscheidet zwischen Anbietern von KI-Systemen und deren Betreibern. Für Betreiber erfasst die Offenlegung unter anderem Deepfakes sowie KI-generierte oder manipulierte Texte zur Information über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse. Daraus folgt keine pauschale Kennzeichnungspflicht für jeden KI-unterstützten Marketingtext und jedes KI-Bild.
Lege pro Inhalt fest: Wurde KI zur Erzeugung oder Bearbeitung verwendet? Was zeigt oder behauptet der Inhalt? Wo wird er veröffentlicht? Wer trägt die Verantwortung? So kann dein Team Grenzfälle gezielt zur fachlichen oder rechtlichen Prüfung weitergeben.
Sichtbare Hinweise und technische Markierungen unterscheiden
Die maschinenlesbare Markierung durch einen Anbieter und die Offenlegung durch einen Betreiber sind unterschiedliche Pflichten. Wo eine Offenlegung erforderlich ist, müssen Menschen sie wahrnehmen können. Bei Deepfakes genügt deshalb eine technische Markierung in der Datei allein nicht. Die Kommission erläutert dies in ihren FAQ zu Artikel 50.
Prüfe die tatsächliche Darstellung: Ist der Hinweis auch auf dem Smartphone lesbar? Bleibt er beim Export erhalten? Wird er durch den Bildbeschnitt auf einer anderen Plattform entfernt? Ein freigegebenes Motiv braucht für jeden Veröffentlichungskanal eine passende Endfassung.
Einen nachvollziehbaren Ablauf festlegen
Bewahre Original und veröffentlichte Fassung zusammen auf. Halte die Einordnung, die gewählte Kennzeichnung und die verantwortliche Person fest. Bei Zweifeln bleibt der Inhalt in Prüfung, bis die offene Frage geklärt ist. Das verhindert, dass Annahmen zwischen Redaktion, Design und Veröffentlichung verloren gehen.
Trustact.ai unterstützt diesen Ablauf mit einer Bildverwaltung, in der Originale und gekennzeichnete Fassungen erhalten bleiben. Für Texte zeigt die Plattform den Prüf- und Freigabestatus. Welche Kennzeichnung im Einzelfall angemessen oder vorgeschrieben ist, muss fachlich eingeordnet werden.
Den aktuellen Rechtsstand berücksichtigen
Die Transparenzpflichten gelten grundsätzlich seit dem 2. August 2026. Für bestimmte bereits zuvor vermarktete KI-Systeme nennt die Kommission eine begrenzte Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026 für die Anbieterpflicht zur Markierung und Erkennbarkeit. Diese Frist verschiebt nicht pauschal die Offenlegungspflichten veröffentlichender Teams.
Stand: 8. September 2026. Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine Prüfung deines konkreten Einsatzes.